Narrenvolk - Die Abbadonieder




Aussehen:

Nach außen hin unterscheiden sich die Abbadonieder kaum oder gar nicht von Menschen. Größe, Haarfarbe und andere äußerliche Merkmale sind nahezu identisch. Nur ihre Augen heben sie deutlich von den Menschen ab – sie sind viel heller und strahlender als jene der Sterblichen. Ihre Lebensspanne von mehreren hundert Jahren, ihr stets jugendliches Aussehen und ihr ausgeprägtes Talent für die Freien Künste machen sie jedoch unverkennbar.


Kultur:


Die Abbadonieder sind ein Volk voller Darsteller, Schauspieler, Hedonisten, Künstler und Musiker voller Gaukler, Narren und Clowns.  

Ein Volk, das Poesie trinkt wie andere Wein, das das Debattieren braucht wie die Luft zum Atmen. Ein Volk, das aus jeder Situation ein großartiges Theaterstück zu schreiben vermag.

Die größten Schulen für Kunst, Musik und Theater aller Welten befinden sich in ihrer Hauptstadt Ad Libitum. Dort haben die berühmtesten Dichter, Denker und Philosophen ihr Handwerk gelernt.

Ihre Kleidung ist bunt, grell und extravagant: mit Schellen besetzte, ausladende Zipfelmützen, weite Roben und stets mit geschmückte Masken maskiert. „Immer auffallen, immer den Raum einnehmen!“  so lautet ihr Motto.  

Zum guten Ton gehört es auch, sein Gegenüber ununterbrochen mit kleinen Neckereien bei Laune zu halten – seien es nun Taschenspielertricks oder Jonglageeinlagen.

Von der größten Stadt bis zum kleinsten Dorf gibt es kaum eine Ecke, in der keine Bühne bespielt, kein Vortrag gehalten oder kein Fest gefeiert wird. Und wenn gerade kein Feiertag ansteht, dann wird kurzerhand einer erfunden.

Ein Feiertag der aber immer sehnsüchtig erwartet wird ist die "Masquerade" . Dieses Fest findet einmal im Monat statt, jedes Region, manchmal auch jede Stadt oder Gemeinde hat seine eigenen Zeiten dafür. Dieses fest ist eine großes Spektakel. Alle Abbadonieder, aber auch Touristen tragen reich verzierte Masken und geben sich hemmungslos dem Frohsinn, dem trinken und anderen Ausschweifungen hin, bis spät in die Nacht wird Musiziert, gedichtet, lautstark debattiert und sich in verbalen Kämpfen gemessen.

Auch in der Weinherstellung sind sie berühmt – der Rote Abbadona ist ein äußerst beliebter Tropfen, sogar weit über die Grenzen der Hölle hinaus.


An Fäden des Dramaturg:


Die Abbadonieder glauben nicht an einen Gott im klassischen Sinn, sondern an ein allumfassendes Prinzip, das sie den Dramaturg nennen – eine Mischung aus Schicksal, Bühne und göttlichem Regisseur. Ihrer Ansicht nach ist jedes Lebewesen ein Darsteller in einem gewaltigen Theaterstück. Manche spielen Hauptrollen, andere Nebenrollen – doch alle sind gleich wichtig, damit das große Theater des Lebens weiterläuft.

Jeder wird vom Dramaturg an unsichtbaren Fäden gelenkt, und so ist das ganze Leben bereits geschrieben. Die Kunst eines jeden liegt darin, seine Rolle mit größter Leidenschaft zu spielen – um dem unsichtbaren Publikum die größtmögliche Show zu bieten.

Darum tun die Abbadonieder alles mit brennender Leidenschaft:  
Sie tragen nicht einfach ein Gedicht vor – sie malen Kathedralendecken mit Worten.  
Sie tanzen nicht – sie bewegen die Welt mit ihren Drehungen. Und sie lieben nicht nur – sie opfern sich lieber in dramatischen Doppelselbstmorden der Leidenschaft als ein leben in trister Zweisamkeit zu leben..  

„Eine gute Tragödie wiegt mehr als alles andere“, sagt man unter ihnen.


Die Masken des Harlekin

Jeder Abbadonieder erhält zu seinem 16. Geburtstag eine einengen Harlekin-Maske. Diese wird von begabten Kunsthandwerkern gefertigt und ist bei allen Vertretern absolut einzigartig, keine gleich der anderen. Manchmal werden die Masken von Zwillingen aufeinander abgestimmt oder, sollte man in dem alter schon eine oder einen Geliebten haben kann die Maske auch seiner/ihrer angepasst werden. 

Die berühmtesten Masken Schnitzer haben meist eine Wartezeit von mehreren Monaten, bis Jahre. oft vereinbaren Junge Eltern schon bei der Geburt des Kindes den Termin zur Abholung.


die Maske des Yudescula AdOperanda


Die Maske ist nicht nur Accessoire sondern auch Ausdruck des Selbst, Identifikation und Statement zu Herkunft, Stand und Persönlichkeit. Zudem versteuern sie das Arkane potenzial des Trägers durch eingearbeitete Runen und magische Symbole. Diese Masken Werden, auch wenn sie nicht getragen werden stets mitgeführt, manchmal auch an den Gürtel gehängt, verliert ein Abandonnier seine Maske oder wird sie Beschädigt kommt das einem Sozialen Todesurteil gleich, zwar kann man ersetzen oder sie reparieren lassen doch wird man dann sein leben lang von anderen gemieden als jedem der die Gunst des Dramaturgen verloren hat

Die Masken sind stehts aus dunklem Eichenholz oder manchmal auch aus Mahagoni oder Kirschholz geschnitzt mit vielen Feinen Details, Gravierungen und Muster verziert. Manch Lassen sich ihre Maske auch nachträglich Lackieren.


Paktmagie der Narren:

Neben ihrer Liebe zur Bühne sind die Abbadonieder auch begnadete Paktmagier. Jeder von ihnen schließt unheimlich gerne Pakte – wer es wagt, kann unvorstellbare Kräfte erlangen. Aber so wie keine Komödie ohne Tragödie auskommt, kann auch kein lachender Narr, und sei er noch so bunt gekleidet,  nicht zugleich ein heimtückischer Scharlatan sein.

Kein Pakt kommt ohne Schlupfloch. Kein Vertrag ohne raffinierte Klausel. Kein Wunsch ohne bitteren Beigeschmack.  

So erhält man vielleicht die Gabe, das andere Geschlecht mühelos zu verführen – zum Preis eines einzelnen Blutstropfens. Doch diese Wunde schließt sich nie wieder, und der Betroffene leidet fortan an Blutarmut, die schließlich seine Manneskraft einschränkt.  

Oder man verkauft eine Haarlocke und erhält ein engelsgleiches Antlitz – doch jeder, der sich künftig der Schönheit nähert, erblindet vor Neid.

Es ist beinahe ein Volkssport geworden, den raffiniertesten Nachteil in einem Pakt zu verstecken.

Man sagt, der derzeitige Gauklerkönig – so nennt man das höchste Amt der Abbadonieder – namens Aluba habe es geschafft, einen Herzog der Ars Goetia in einen derart verschachtelten Vertrag zu drängen, dass Aluba dessen gesamtes Erbe erhielt, ohne dass der Herzog es nicht einmal gemerkt hat.




Aluba ars'Amdusias - Der Narr von Despira


Es heißt, wenn Aluba lacht, fällt irgendwo ein Vertrag in sich zusammen. Und wenn er spricht, klingen seine Worte wie Verse aus einem verlorenen Bühnenstück – mit Fußnoten, Nebenklauseln und einer Pointe, die erst im letzten Akt tödlich wird. Aluba, bekannt als der Narr von Despira, ist nicht nur der amtierende Gauklerkönig der Abbadonieder – sondern auch der wohl verschlagenste Paktmagier seit dem ersten Akt der Schöpfung selbst.

Einst gehörte das Haus ars’Amdusias zu den ehrwürdigsten Linien innerhalb der infernalen Aristokratie der Ars Goetia – ein Geschlecht begnadeter Musiker, Dirigenten und Komponisten. Man sagt, wenn der Herzog Amdusias sang, neigten sich die Bäume, und selbst die Stille hielt den Atem an.

Doch dann trat Aluba auf die Bühne.

Aluba, Gauklerkönig des Hauses ars’Amdusias


Ein Abbadonieder wie aus einem satirischen Schauspiel entsprungen: in bunter Robe, mit klingelnder Zipfelmütze, Laute und einem Lächeln wie aus Glas. In einem wahren Meisterwerk infernalischer Rhetorik soll er den Herzog ars’Amdusias selbst in einen Pakt gedrängt haben – einen Vertrag so kunstvoll verfasst, dass man ihn noch heute in der Großen Bibliothek von Ad Libitum wie ein Drama aufführt: fünf Akte, zwölf Anhänge, sechzehn Fußnoten und ein Anhang aus Tränen.

Der Preis dieses Paktes?  
Alles.
Alubas Lohn war das vollständige Erbe des Hauses ars’Amdusias – Titel, Ländereien, Privilegien, ja sogar die Stimmen in den Konzerten der Hölle. Und der Herzog? Spielte den letzten Ton – und verneigte sich.

Seither trägt Aluba den offiziellen Titel:  
Aluba ars’Amdusias, Gauklerkönig von Despira,  
mancherorts spöttisch nur:  
„Der Narr, der sich selbst zur Pointe machte“.

Er regiert mit einem goldenen Zepter, das gleichzeitig ein Taktstock und ein Dolch ist. Sein Hof ist ein einziges Spektakel aus Maskenspiel, Illusion und bitterem Lachen – denn in Despira weiß niemand, ob der Vorhang je fällt… oder ob alle längst Teil eines Stücks sind, das Aluba selbst geschrieben hat.

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